"Halten wir die Erinnerungen als Mahnung wach und tragen sie über Generationen weiter!" Unter diesem Motto begaben sich am heutigen Tag des Gedenkens für die Opfer des Holocaust Schülerinnen und Schüler unserer zehnten Klassen gemeinsam mit zahlreichen Ueckermünder Bürgerinnen und Bürgern auf den 12. Marsch des Lebens. Mit dem gemeinsamen Gang zu historischen Gedenkorten erinnerten die Teilnehmer an die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger unserer Stadt, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, deportiert und ermordet oder zum Verlassen ihrer Heimat gezwungen wurden. Gleichzeitig wurde ein kollektives Zeichen gegen Antisemitismus, Diskriminierung und Ausgrenzung gesetzt.
Der Marsch des Lebens begann am Nachmittag mit einer kurzen Kundgebung und dem hebräischen Lied "Vehi Sheamda", das die immer wiederkehrende Verfolgung und das Leid in der Geschichte des jüdischen Volkes thematisiert. Kernbotschaft ist das Versprechen Gottes, das Volk stets aus der Hand seiner Feinde zu retten.
Der Weg führte entlang der Stolpersteine und Erinnerungsorte durch die Ueckermünder Altstadt zunächst zum Haus der Familie Senger und zum jüdischen Gebetshaus in der Töpferstraße. Von hier aus ging es zum ehemaligen Wohnhaus der Familie Pless sowie zu den Geschäftshäusern der Familien Ruschin und Daus in der Ueckerstraße. Letzter Stopp war das Wohnhaus der Familie Ritterband in der Wallstraße. An den einzelnen Stationen verlasen unsere Zehntklässler kurze Erinnerungstexte, die einen Einblick in die Geschehnisse während der NS-Zeit in Ueckermünde boten und das Schicksal der Menschen lebendig werden ließen. Weiße Rosen wurden als Zeichen der Anteilnahme niedergelegt und es wurde jeweils eine Kerze entzündet.
Im Anschluss an den gemeinsamen Erinnerungsgang fanden sich alle zu einer Abschlusskundgebung im Bürgersaal des Rathauses ein. Die Moderation übernahm unser Bürgermeister Jürgen Kliewe. Vertreter der Marsch-des-Lebens-Organisation, der Krankenhausdirektor AMEOS Nord, der Stadtpräsident der Stadt Ueckermünde, ein Nachfahre der Familie Ruschin per Videobotschaft sowie weitere Teilnehmer kamen zu Wort. Sie betonten, dass wir alle die Verantwortung dafür tragen, dass so etwas nie wieder passieren dürfe. Eine besondere Botschaft galt der jungen Generation und insbesondere unseren Schülerinnen und Schülern: "Eure Stimme zählt! Das Böse beginnt nicht damit, dass alle böse handeln, sondern damit, dass alle wegsehen, wenn Böses geschieht!"
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